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Unter dem Motto spielräume. HofMusikStadt werden vom 12. bis zum 21. März 2010 in Magdeburg die 20. Telemann-Festtage stattfinden. Diese Jubiläumsfesttage wollen sich Telemanns Wirken im Spannungsfeld zwischen höfischer Musikkultur und städtischem Musikleben widmen.

Das beginnende 18. Jahrhundert war nicht zuletzt aufgrund neuer, dem Gedankengut der Aufklärung verpflichteter Denkmodelle von großen Veränderungen gezeichnet, die sich unmittelbar auch auf das Musik- und Geistesleben auswirkten. Wie andere Künstler und Zeitgenossen erkannten und nutzten auch Komponisten die Zeichen der neuen Zeit in unterschiedlicher Weise. Aus einem ersten Lebensrückblick Telemanns (Autobiographie 1718) wissen wir, dass er diesen Prozess sehr bewusst wahrnahm. Aus seinem Wirken wird deutlich, dass er sich aufmerksam den Veränderungen stellte und beträchtlich dazu beitrug, Strukturen mit zu formen bzw. weiterzuentwickeln, die bis in unsere Zeit hinein Bestand haben (z.B. bürgerliches Konzertwesen, Notendruck und Musikverlagssystem, Mitwirkung in Societäten, bürgerliche Oper). Zeitweilig scheint Telemann der Ansicht gewesen zu sein, dass man in einer Residenz die zur musikalisch-kompositorischen Weiterentwicklung notwendige Ruhe finden könnte, doch spürte er wohl auch, dass Hofhaltung und insbesondere musikalischer Geschmack eines einzelnen Herrschers auch Grenzen setzten. Sein sehr erfolgreiches, langes Wirken in einer freien Reichs- und Hansestadt und das aktive Gestalten des bürgerlichen Musik- und Konzertbetriebes könnte ihm bestätigt haben, was er einst gehört zu haben angab: „Wer Zeit Lebens fest sitzen wolle, müsse sich in einer Republick niederlassen“ (Autobiographie 1740).

Sollten Sie das ausführliche Programm kostenlos zugeschickt haben wollen, können Sie uns gerne Ihre Adresse hinterlassen.

Wir würden uns freuen, Sie im März 2010 in Magdeburg begrüßen zu dürfen.


Roßdeutscher & Bartel GbR